Bazar Freiburg

Viel mehr als ein Flohmarkt

127 Jahre Bazar

Im Jahr 1888 wurde zum ersten Mal ein Bazar durch die Evangelische Stadtmission Freiburg veranstaltet - zur Förderung der Diakonischen Arbeit. Dieser fand im eigenen Haus, der "Herberge zur Heimat" in der Adelhauser Straße 27 statt.

Spenden aus ganz Baden und Württemberg

In der folgenden Zeit wurde der Bazar nicht jedes Jahr, sondern nur in unregelmäßigen Abständen bei Bedarf veranstaltet. Der Bazar fand jeweils Anfang November statt, zuerst im Evangelischen Vereinshaus, später in den Sälen des Kaufhauses, des Museums, der Gaststätte Harmonie und des Zähringer Hofes. Die Sachspenden kamen in einer so reichhaltigen Fülle aus der Bevölkerung und der Geschäftswelt, dass die Veranstaltung an jeweils zwei Tagen abgehalten werden konnte. Die Spenden stammten nicht nur aus der Stadt Freiburg selbst, sondern aus dem gesamten Umkreis und von Fabriken aus ganz Baden und aus Württemberg. Aus den kirchlichen Mitteilungen der Evangelischen Kirchengemeinde Freiburg der damaligen Zeit, den "Annalen", geht hervor, dass sogar des öfteren die Familie der Königlichen Hoheit des Erbgroßherzogs den Bazar besuchte und jeweils mit einer größeren Geldspende bedachte.

Geldsammlung statt Bazar

Aus den vorhandenen, nicht vollständigen Unterlagen ist von einer Geldsammlung im Jahr 1898 berichtet mit einem Erlös von über 3.274 Mark.Am 28.-30. November 1900 fand in den Räumen des Kaufhauses ein Bazar statt, der für die damalige Zeit den beachtlichen Erlös von 4.600 Mark erbrachte. In den folgenden Jahren wurde statt des Bazars wieder eine Geldsammlung durchgeführt, da es an geeigneten Räumen fehlte. Erst am 11. und 12. Dezember 1906 fand wieder ein Bazar statt, der als Weihnachtsbazar in den Räumen der Gaststätte Harmonie mit reich gedeckten Tischen veranstaltet wurde. Im folgenden Jahr ist in den kirchlichen Mitteilungen folgendes zu lesen: "Der Vorstand der Stadtmission hat folgenden Beschluß gefaßt und veröffentlicht: Wir haben beschlossen, in diesem Jahr von einem Bazar abzusehen, da der Ertrag des Letztjährigen durch die Bedürfnisse des vergangenen Jahres nicht völlig aufgezehrt ist. Doch müssen wir, um unsere Arbeit im gleichen Umfang weiterführen zu können, an Stelle des Bazars eine besondere Sammlung treten laßen." Dem damaligen Vorstand gehörten an: Kunstmaler Mayer, Buchhalter Hickel, Baron von Düngern, Divisionspfarrer Schäfer, Stadtpfarrer Kattermann, Pfarrer Bornhäuser, Pfarrer Sältzer, Pfarrer Schwarz, Dr. Hassenkamp, geh. Hofrat Dr. von Below, Apotheker Seufert, Bankdirektor Keller, die Fabrikanten Karl und Adam Metz und  Stadtmissionsinspektor Isler.

Ab 1909 im Paulussaal

Bedingt durch die allgemeine wirtschaftliche Lage war es in den folgenden zwei Jahren nicht möglich, einen Bazar abzuhalten. Jedoch veranlassten die zu Neige gehenden Geldmittel den Vorstand am 5. und 6. Dezember 1909 im damals neu erbauten Paulussaal wieder einen Bazar durchzuführen. Aus den Folgejahren ist lediglich bekannt, dass 1924, 1929 und 1930 ein jeweils zweitägiger Bazar im Paulussaal stattfand. Nach Angaben von zwei ehemaligen Mitarbeiterinnen der Stadtmission, Martha Köblin und Luise Rosen, fand auch von 1938 bis 1959 der Bazar jeweils an zwei Tagen statt. Erst ab 1960 wurde regelmäßig in den ersten Tagen im November ein eintägiger Bazar mit überwiegend neuwertiger Ware abgehalten. Von 1969 bis heute wurde er durch einen Flohmarkt, den "billigen Jacob"- Stand und eine Tombola erweitert. Ab 1977 hat sich die Offene Altenarbeit als ein neuer Arbeitszweig der Stadtmission mit Handarbeiten und Selbstgefertigtem am Verkauf beteiligt.

Bazar - Ort der Begegnung

Bis heute ist der Bazar auch ein Ort der Begegnung geblieben. Die Hälfte des Saales ist mit Tischen ausgestattet und es besteht die Möglichkeit, bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen miteinander ins Gespräch zu kommen.

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